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Zahlungsverzug bei italienischem Kunden: Verzugszinsen und 40-Euro-Pauschale

Aktualisiert am

Kurz gesagt: Zahlt ein italienischer Geschäftskunde nicht, laufen nach der EU-Richtlinie 2011/7 und dem italienischen Decreto legislativo 231/2002 Verzugszinsen ohne Mahnung ab dem Tag nach Ablauf der Zahlungsfrist, und Sie können zusätzlich eine Pauschale von 40 Euro verlangen. Ist keine Frist vereinbart, beträgt sie in der Regel 30 Tage ab Rechnungseingang. Welches Recht gilt und wo Sie klagen können, hängt von Vertrag und Lieferort ab.

Teil des Leitfadens Italienische Geschäftspartner prüfen: Leitfaden für deutsche Unternehmen. Alle Ratgeber: Ratgeber.

Zahlungsfrist: 30 Tage, längere nur ausdrücklich

Die Richtlinie 2011/7/EU verpflichtet die Mitgliedstaaten, im Geschäftsverkehr Verzugszinsen ohne Mahnung zu gewähren, wenn der Gläubiger seine Pflichten erfüllt und das Geld nicht rechtzeitig erhalten hat (Art. 3 Abs. 1). Ist keine Zahlungsfrist vertraglich festgelegt, beginnt der Anspruch 30 Kalendertage nach Eingang der Rechnung beim Schuldner (Art. 3 Abs. 3 Buchst. b, EUR-Lex).

Italien hat das im Decreto legislativo 231/2002 umgesetzt: Der Zahlungszeitraum darf grundsätzlich 30 Tage ab Rechnungseingang nicht überschreiten (Art. 4 Abs. 2 Buchst. a). Längere Fristen können Unternehmen vereinbaren; Fristen über 60 Tage müssen ausdrücklich vereinbart werden, dürfen für den Gläubiger nicht grob nachteilig sein, und die Klausel muss schriftlich nachweisbar sein (Art. 4 Abs. 3, Normattiva). Prüfen Sie deshalb in Ihren Verträgen, ob ein langes Zahlungsziel überhaupt wirksam vereinbart wurde.

Verzugszinsen ohne Mahnung

Nach Art. 4 Abs. 1 des Decreto legislativo 231/2002 laufen die Verzugszinsen ohne Inverzugsetzung ab dem Tag nach Fristablauf. Der Referenzzinssatz wird halbjährlich bestimmt: für das erste Halbjahr gilt der Satz vom 1. Januar, für das zweite der vom 1. Juli (Art. 5 Abs. 2, Normattiva). Die Europäische Kommission führt in ihrer Tabelle auf Your Europe für Italien für den Zeitraum 01.07.2026 bis 31.12.2026 den Satz 10,15 auf; die Seite weist darauf hin, dass einzelne Sätze von den Mitgliedstaaten noch nicht bestätigt sein können (Seite zuletzt überprüft am 05.08.2026, Your Europe). Rechnen Sie deshalb immer mit dem im Zeitpunkt des Verzugs gültigen Wert.

40-Euro-Pauschale und Beitreibungskosten

Die Richtlinie gibt dem Gläubiger einen Pauschalbetrag von mindestens 40 Euro, der ohne Mahnung als Entschädigung für Beitreibungskosten zu zahlen ist; höhere tatsächliche Kosten, auch für Anwalt oder Inkassounternehmen, kommen hinzu (Art. 6 Abs. 1 bis 3). In Italien sieht Art. 6 Abs. 2 des Decreto legislativo 231/2002 ebenfalls einen Pauschalbetrag von 40 Euro vor, mit der Möglichkeit, einen höheren Schaden nachzuweisen (Normattiva).

Welches Recht, welches Gericht?

Haben Sie keine Rechtswahl getroffen, unterliegt ein Kaufvertrag über bewegliche Sachen dem Recht des Staates, in dem der Verkäufer seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, ein Dienstleistungsvertrag dem Recht des Dienstleisters (Art. 4 Abs. 1 Buchst. a und b der Verordnung (EG) Nr. 593/2008). Sie können das Recht aber ausdrücklich wählen (Art. 3 Abs. 1). Für die Klage gilt: Beim Verkauf beweglicher Sachen kann eine Person in einem anderen Mitgliedstaat vor dem Gericht des Ortes verklagt werden, an dem die Sachen nach dem Vertrag geliefert wurden oder hätten geliefert werden müssen (Art. 7 Nr. 1 Buchst. b der Verordnung (EU) Nr. 1215/2012), sofern nichts anderes vereinbart ist. Bei unbestrittenen Forderungen kommt zudem der Europäische Zahlungsbefehl in Betracht, siehe Forderung gegen einen italienischen Schuldner eintreiben.

Vor der Lieferung prüfen statt danach eintreiben

Zinsen und Pauschale helfen nur, wenn der Schuldner zahlen kann. Fällt er in ein Insolvenzverfahren, ist die Forderung dort anzumelden (Insolvenz in Italien), und frühere Zahlungen können angefochten werden (Anfechtung von Zahlungen). Prüfen Sie den Kunden deshalb, bevor Sie ein Zahlungsziel einräumen.

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Dienst und Bericht von Veryfy sind auf Italienisch. Die Daten stammen aus italienischen amtlichen Quellen: Firmennamen, Ämter und Verfahren behalten ihren italienischen Wortlaut. Veryfy bietet keinen übersetzten Bericht.

Häufige Fragen

Muss ich einen italienischen Kunden erst mahnen, damit Verzugszinsen laufen?

Nein. Nach Art. 4 Abs. 1 des Decreto legislativo 231/2002 laufen die Verzugszinsen ohne Inverzugsetzung ab dem Tag nach Ablauf der Zahlungsfrist, und die Richtlinie 2011/7/EU verlangt das für den Geschäftsverkehr.

Wie lang darf das Zahlungsziel bei einem italienischen Geschäftskunden sein?

Grundsätzlich 30 Tage ab Rechnungseingang. Zwischen Unternehmen sind längere Fristen möglich; über 60 Tage müssen sie ausdrücklich vereinbart werden, dürfen für den Gläubiger nicht grob nachteilig sein und müssen schriftlich nachweisbar sein (Art. 4 Abs. 2 und 3).

Wie hoch ist die Pauschale für Beitreibungskosten?

Die Richtlinie 2011/7/EU sieht mindestens 40 Euro vor, ohne Mahnung. Das Decreto legislativo 231/2002 nennt in Art. 6 Abs. 2 ebenfalls 40 Euro und erlaubt den Nachweis eines höheren Schadens.

Gilt für meinen Vertrag deutsches oder italienisches Recht?

Ohne Rechtswahl bei einem Kaufvertrag über bewegliche Sachen das Recht am gewöhnlichen Aufenthalt des Verkäufers, bei Dienstleistungen das des Dienstleisters (Art. 4 Abs. 1 Rom-I-Verordnung). Eine ausdrückliche Rechtswahl hat Vorrang (Art. 3).

Quellen

Amtliche Quellen, am 2026-10-24 geöffnet und gelesen.

Informationen allgemeiner Art, keine Rechtsberatung. Quellen geprüft am 2026-10-24.

Häufige Fragen

Muss ich einen italienischen Kunden erst mahnen, damit Verzugszinsen laufen?

Nein. Nach Art. 4 Abs. 1 des Decreto legislativo 231/2002 laufen die Verzugszinsen ohne Inverzugsetzung ab dem Tag nach Ablauf der Zahlungsfrist, und die Richtlinie 2011/7/EU verlangt das für den Geschäftsverkehr.

Wie lang darf das Zahlungsziel bei einem italienischen Geschäftskunden sein?

Grundsätzlich 30 Tage ab Rechnungseingang. Zwischen Unternehmen sind längere Fristen möglich; über 60 Tage müssen sie ausdrücklich vereinbart werden, dürfen für den Gläubiger nicht grob nachteilig sein und müssen schriftlich nachweisbar sein (Art. 4 Abs. 2 und 3).

Wie hoch ist die Pauschale für Beitreibungskosten?

Die Richtlinie 2011/7/EU sieht mindestens 40 Euro vor, ohne Mahnung. Das Decreto legislativo 231/2002 nennt in Art. 6 Abs. 2 ebenfalls 40 Euro und erlaubt den Nachweis eines höheren Schadens.

Gilt für meinen Vertrag deutsches oder italienisches Recht?

Ohne Rechtswahl bei einem Kaufvertrag über bewegliche Sachen das Recht am gewöhnlichen Aufenthalt des Verkäufers, bei Dienstleistungen das des Dienstleisters (Art. 4 Abs. 1 Rom-I-Verordnung). Eine ausdrückliche Rechtswahl hat Vorrang (Art. 3).

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